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Klima-Membran - Eigenschaften, Verarbeitung und Pflege

Eine Klimamembran besteht aus einer hauchdünnen Folie, mit Millionen von winzigen Poren pro cm².
Wasserdampf (Schweiß) kann durch die Membran "diffundieren" doch flüssiges Wasser (Regen) passt nicht hindurch. Dadurch wird der unerwünschte Sauna-Effekt, der sich häufig in Regenbekleidung einstellt vermieden.
Außerdem hält die Membran Wind ab, weshalb damit gefütterte Kleidungsstücke den Körper vor Auskühlung schützen.

Wer im Physik-Unterricht gut aufgepasst hat, wird sich vielleicht an Folgendes errinern:
Viel Wärme = viel Druck und wenig Wärme = wenig Druck

Dieses eherne Gesetz machen sich Klimamembranen folgendermaßen zu Nutze: Wenn es draußen kalt und der Körper schön warm ist, bildet sich ein sogenanntes Wasserdampfdruckgefälle, welches den Schweiß durch die Membran nach außen drückt - je mehr man also schwitzt, desto schneller wird der Schweiß nach außen transportiert - genial, oder?
Funktion der Klima-Membran

Ein mit Klima-Membran ausgestattetes Kleidungsstück besteht aus mindestens drei Schichten: » Oberstoff «» Membran «» Futter «

Die Membranfolie ist viel zu dünn und empfindlich, um sie allein verarbeiten zu können, daher wird Sie immer auf ein Trägermaterial laminiert (geschweißt), wobei folgende Stoffe entstehen:
  • Oberstofflaminat
    Die Membran ist fest mit dem Oberstoff verbunden. Daraus genähte Kleidungsstücke müssen gefüttert werden. Als Futter eignen sich Kunstfasern am Besten, da Sie den Feuchtigkeitstransport nach Außen begünstigen. Baumwollstoffe z.B. saugen den Schweiß auf, und geben ihn nur ungern wieder ab, was die Funktion der Membran negativ beeinflusst, die ja schließlich den physikalischen Gesetzten folgend, die Feuchtigkeit nach außen befördern will.
    Als sehr leichtes Futter empfehlen sich Netzstoffe(Mesh) oder dünne Polyestergewebe. Für warme Jacken oder Schneeanzüge eignet sich Polar-Fleece sehr gut als Futter. Wenn Ihnen das noch nicht genügt, können Sie zusätzlich noch ein Vlies als Wattierung einarbeiten.
  • Futterlaminat
    Die Membran ist fest mit einem Futterstoff verbunden. Als Oberstoff sollte keinesfalls saugfähiges Material (z.B. Baumwolle) verwendet werden. Besonders zu empfehlen sind Microfasern aus Polyamid oder Polyester, da sie die wind- und wasserabweisende Funktion der Klimamembran unterstützen. (Im Shop finden Sie dafür z.B. hochwertigen Tactel® in vielen schönen uni-Farben).
    Futterlaminat kann unmittelbar als Futter für sehr leichte Kleidung dienen, oder auch zwischen Oberstoff und Futter verarbeitet werden. Dabei muss dann die Folienseite nach Außen (Richtung Oberstoff) weisen. Die weitere Verarbeitung gleicht dann der von Oberstofflaminat.
  • Dreischichtlaminat
    Wie der Name schon sagt, sind hier alle drei Schichten (Oberstoff+Membran+Futter) bereits fest miteinander verbunden. Daraus hergestellte Kleidungsstücke, können, müssen aber nicht zusätzlich gefüttert und/oder wattiert werden.
  • Vlies-Laminat
    Auf einen dünnen Vliesstoff laminiert, lässt sich die Membran als dritte, einzelne Schicht zwischen Oberstoff und Futter verarbeiten. Bei der Auswahl von Futter und Oberstoff sollten die bereits oben genannten Kriterien berücksichtig werden. Das Vlies wird zusammen mit dem Oberstoff wie eine Lage verarbeitet, wobei die Folienseite nach außen weisen, also auf der Rückseite des Oberstoffes liegen muss. Eine eventuelle zusätzliche Wattierung gehört zwischen das Vlies und das Futter.

Einige Nähmaschinen haben Probleme mit dem Transport von Folien-Material - legen Sie in diesem Falle Streifen von Seidenpapier auf die Naht, dann gehts meist ganz gut.

Bei der industriellen Verarbeitung von Klima-Membranen werden die Nähte mit einem aufgeschweißten Band abgedichtet. Dafür stehen uns Hobby-Schneidern leider nicht die nötigen Maschinen zur Verfügung. Nähen Sie daher mit einer möglichst dünnen, spitzen Nadel, Synthetikgarn und mittlerer Stichlänge. Da die Membran-Folie elastisch ist, zieht sie sich um die Einstiche herum zusammen.


Jacke

Nach stundenlangem Aufenthalt in extremem Platzregen, kann trotzdem (sehr wenig) Wasser durch die Nähte sickern.
Das lässt sich einschränken, wenn Sie bei der Schnittauswahl oder Anpassung darauf achten, möglichst wenig Nähte an dem Regen ausgesetzten Stellen zu haben.

Bei der links abgebildeten Jacke läuft zum Beispiel über Ärmel und Schultern ein durchgehender, kontrastfarbiger Streifen, womit die besonders dem Regen ausgesetzte Schulterpartie frei von Nähten ist - außerdem sieht es gut aus ;-)


McNett SEAMSURE

Steppen Sie alle Nähte so ab, dass das Wasser nicht hineinlaufen kann, sondern abläuft (wie bei Dachziegeln).

Auch bei der Auswahl von Verschlüssen und Taschen sollten Sie immer darauf achten, dass kein Wasser hineinlaufen kann.

Für optimalen Regen-Schutz können Sie die Nähte mit einem speziellen Klebefilm abdichten. Im Shop finden Sie SEAMSURE von McNETT, der sich für die Abdichtung von laminierten Stoffen sehr gut eignet.

Die von uns angebotenen Membran-Stoffe werden in Deutschland hergestellt und erfüllen höchste Anforderungen an Dichtigkeit, Dampfdurchlässigkeit (Atmungsaktivität), Lichtechtheit und Strapazierfähigkeit. Sie sind bei 40º in der Maschine waschbar und reinigungsbeständig. Damit ausgerüstete Kleidungsstücke dürfen mit mittlerer Temperatur gebügelt werden, sofern die anderen verwendeten Materialien dies zulassen.

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