Wer steckt dahinter ?
Rosa Meyer

funfabric.com ist ein "Ein-Frau-Projekt" und das zwangsläufige Resultat meines bisherigen Lebenslaufes:

Von meiner Mutter habe ich den Umgang mit Nadel und Faden gelernt und schon während der Schulzeit meine eigenen, oft recht unkonventionellen Kreationen getragen. Nicht unbedingt aus Überzeugung, sondern weil ich mir die Klamotten, die mir gefielen, nie leisten konnte.

Ich erinnere mich da an wallende Umhänge aus selbstgefärbten Damasttischdecken mit lustigen Troddeln am Saum, Ohrringe und Ketten aus dem Innereien alter Elektrogeräte, Handtaschen aus Gummimatten, eine tonnenschwere aber warme Flokati-Jacke und sehr bequemes Schuhwerk, für das eine alte Aktentasche ihr Leben lassen musste.
Manchmal wurde ich ob meines Outfits belächelt, oft aber auch zum Trendsetter.

Später jobbte ich neben der Schule in einem Jugendhaus, wo ich Näh- und Bastelkurse für Kinder und Jugendliche gab. Ausgebildeten Schneider/n/innen hätten meine Unterweisungen die Tränen in die Augen getrieben, aber die Kids hatten Spaß und trugen Ihre Kreationen mit Stolz. Bei einigen Eltern habe ich mich aber mit Sicherheit sehr unbeliebt gemacht ;-)

Mit 18 verließ ich die Vorstadt und siedelte nach Düsseldorf um. Dort konnte ich mich richtig austoben, denn Künstler, Werbeagenturen, Messeveranstalter, Filmemacher und andere zwielichtige Gestalten hatten offensichtlich nur auf jemanden gewartet, der ihre Ideen für Kostüme und Dekorationen hemmungslos realisiert.

Irgendwann war es dann wohl für mich so weit sesshaft zu werden - und zwar auf einem Bauernhof im Neandertal! Ich heiratete und bekam drei Kinder, welche mich unter anderem dazu veranlassten Kinderkleidung zu nähen. Die Überproduktion (an Kleidung ;-) verkaufte ich neben Eiern und Kartoffeln im hofeigenen Laden.
Den baute ich in wenigen Jahren zu einem ganz wunderbaren, recht großen Tante-Emma-Bio-Laden aus. Nebenbei gab ich "Nähen für den Hausgebrauch"-Kurse bei der Volkshochschule.

Dann brach das Internet über die Menschheit herein, und nach anfänglicher Skepsis freundete ich mich schnell mit diesem Medium an. Und so, wie ich mir jedes interassente Kleidungsstück von innen ansehe, um herauszufinden, wie es gemacht wurde, machten mich diese schönen, bunten Webseiten neugierig.

Ich reaktivierte einen in den letzten Jahren schmählich vernachlässigten Teil meines Hirns und tauchte ein in die Welt der Quelltexte und Scripte. Viele Stunden verbrachte ich hartnäckig vor dem Bildschirm, und irgendwann war meine erste, eigene Webseite fertig. (Obwohl diese den modernen Anforderungen keineswegs mehr gerecht wird, ich aber zuweilen etwas sentimental bin, gibt es die Seite nach wie vor)
Weil ich Spaß daran gefunden hatte, machte ich einige Webseiten für Freunde und Bekannte und war angenehm überrascht, als tatsächlich jemand mit der Bitte an mich herantrat einen Internett-Auftritt gegen Bezahlung zu gestalten.
Das traf sich gut, da ich mittlerweile den Bauernhof nebst Laden verlassen, aber meine 4-köpfige Rest-Familie zu ernähren hatte.

Zum Nähen hatte ich da nur noch wenig Zeit und beschränkte mich auf die notwendigen Reparaturen an vorhandener Garderobe. Als mein 'Großer' das Mountain-Biking für sich entdeckte, die im Handel erhältlichen Tricots, Jacken und Hosen aber entweder nicht passten oder zu teuer waren, oder beides, machte ich mich auf die Suche nach den entsprechenden Stoffen und nähte Vieles selbst.

FunFabric war zunächst mein namenloser Test-Shop in dem ich neue Funktionen und Layouts ausprobierte, bevor ich sie in weite Welt des WorldWideWeb entlassen konnte. Stoffe und Kurzwaren aus meinem privaten Nähkästchen waren gerade griffbereit und dienten mir zunächst als Test-Ware. Der 'redaktionelle' Teil wird auch aus der Datenbank gespeist, und war daher auch Spielplatz für mich - und somit der Grundstein für das virtuelle Nähkästchen.

Irgendwann entwickelte dieses Projekt dann ein Eigenleben und nahm Gestalt an - der Name 'FunFabric' ist übrigens ein Resultat eines sonntäglichen Frühstücks-Brainstormings mit meinen Kindern. Die Domain war noch frei, also habe ich die schon mal registriert und mich in aller Ruhe daran gemacht auf meiner ungemähten Spielwiese einen ordentlichen Shop zu errichten. Ende 2003 war es dann soweit und Funfabric.com ging offiziell online! Das Angebot beschränkte sich zunächst auf wenige Artikel und auch das Nähkästchen war noch sehr spärlich gefüllt.

Im Laufe der Zeit wurde das Angebot umfangreicher und immer spezieller denn ich bin ständig auf der Suche nach interessanten, funktionellen Stoffen und Zutaten zur Verwirklichung meiner Projekte, von denen letztendlich auch einige zum Nachmachen im Nähkästchen landen.

Blicke hinter die Kulissen von Funfabric gibts ganz sporadisch im Blog, etwas häufiger bei Facebook und in Kurzform bei Twitter.

Rosa Meyer
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